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Die gewöhnliche Nachtkerze



Weiterer Name: Gemeine Nachtkerze, Nachtblume, Gelber Nachtschatten, Nachtschlüsselblume, Eierblume, Gelbe Rapunzel, Rapunzelsellerie, Härekraut, Rapontika, Rübenwurzel, Schinkenwurzeln, Rapontikawurzeln

Botanischer Name: Oenothera biennis

Familie: Nachtkerzengewächse ( Onagraceae)

Blütezeit: Juni-September

Höhe: 50-200 cm

 Gattung: Nachtkerzen ( Oenothera)

Art: Gemeine Nachtkerze

Namensherkunft: der Gattungsname "Oenothera" leitet sich vom griechischen Wort "oinotheris". ab. Übersetzt bedeutet dies: Blume mit weingeruchähnlicher Wurzel

Die gewöhnliche Nachtkerze zählt zu den zweijährigen Pflanzen, heißt im ersten Jahr bildet sie ihre tiefe Pfahlwurzen sowie ihre dicht am Boden liegende Blattrosette aus. Erst im zweiten Jahr erscheint ihr hoher Stängel mit den sich sich erst gegen Abend öffnenden, gelben Blüten.


Erkennungsmerkmale:


Laubblätter: Rosette: länglich lanzettlich bis verkehrt lanzettlich. Nach vorne hin wird sie meist etwas breiter und verschmälert sich im Gegenzug zur Basis hin. Der Blattrand ist schwach gewellt, unregelmäßig gezähnt oder auch fein buchtig. Selten ganzrandig. Durch ihre, meist feine, Behaarung wirkt sie oft etwas rau. Je nach Standort gibt es auch kahle Exemplare. Die Blattnerven zeigen sich als gut sichtbare Ader und einer deutlich hervortretenden Mittelrippe. Die Farbgebung reicht von frisch- bis dunkelgrün.

Stängelblätter: wechselständig angeordnet, von lanzettlich bis schmal-lanzettlicher Form und zugespitzt, die unteren Stängelblätter sind größer als die oberen. Sie sitzen am Blattrand den Stängel häufig leicht umfassend oder in ihm übergehen. Manchmal weisen sie auch einen kurzen Stiel auf. Die Oberfläche ist fein behaart oder kahl. Die Blattnerven sind kräftig mit deutlich erkennbaren Seitennerven und ausgeprägtem, hellen Mittelnerv. Farbgebung reicht von mittel- bis dunkelgrün, manchmal mit rötlichem Schimmer


Stängel: Aufrecht oder im oberen Bereich verzweigt, bis zu 2 Meter hoch, hellgrün bis rötlich überlaufen ( das rötliche dient dem Sonnenschutz), rund bis schwach kantig, außen mit feinen Haaren besetzt, innen markhaltig.


Blüten: Ähriger Blütenstand mit länglichen, spitzen Knospen die sich erst am Abend, innerhalb weniger Minuten öffnen. Sie sind auffällig groß, leuchtend gelb, besitzen 4 Kelchblätter sowie 4 Kronblätter die voll geöffnet eine Kreuzform bilden und einen süßlichen Duft verströmen. Tags darauf verblühen sie und in der nächste Nacht öffnen sich neue Blüten. Sie besitzt acht Staubblätter mit gelben Pollen und einen langen Griffel mit kreuzförmiger Narbe. Ihr Fruchtknoten ist unterständig, nach der Befruchtung entwickelt sich eine vierkantige, längliche Kapselfrucht


Sekundäre Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe u.a.


Volksmedizinische Verwendung:

Meine Informationen volksmedizinischer Verwendung stammen aus verschieden Quellen wie z.b. Fachbüchern über Heilpflanzen. Sie dienen ausschließlich der Information und ersetzen weder den Besuch beim Arzt/ Ärztin noch eine medizinische Beratung oder Behandlung. Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, Stillende sowie Menschen die regelmäßig Medikamente einnehmen sollten die Anwendung von Heilpflanzen grundsätzlich vorher mit einem Arzt/Ärztin besprechen.

Oenothera biennis wurde bereits von den indigenen Völkern Nordamerikas genutzt. Mit ihrer Verbreitung fan sie auch in der europäischen Volksmedizin ihren Platz.

Am bekanntesten ist wohl das Nachtkerzenöl. Es wird aus den Samen der Nachtkerze gewonnen und ist reich an Gamma-Linolensäuren. In der Volksheilkunde nutzt man es bei trockener Haut sowie Hautproblemen z.b. Neurodermitis 

Weiterhin gilt sie in Büchern über ´Volksmedizin als Blutreinigend und krampflösend.


Geschichtliches und Mythologie:

Die Nachtkerze zählt zu den Mondpflanze. Sie bringt mit Ihrer Blüte Licht in die Dunkelheit und gilt daher als Symbol für Klarheit und Erleuchtung. Da jede Nacht neue Blüten erblühen, die alten sind ja vergangen, symbolisiert sie einen Neuanfang und gilt sie als Hoffnungsträgerin in schweren Zeiten. Man nutzt sie , auch heute noch, bei Mediation ( Klarheit), als Räucherung ( Reinigung) und für Rituale. ( Neuanfang).


In der indianischen Kultur Nordamerikas wurde die Nachtkerze als Heilpflanze verwendet. Sie galt dort als Symbol für Reinheit und Schönheit

Die jungen Frauen der Hopi-Indianern schmückten sich bei wichtigen Zeremonien mit Ihren Blüten.

Auch galt sie als Schutzpflanze für Frauen und Schwangere.


Da die gewöhnliche Nachtkerze oft an Bahndämmen wächst gab man ihr den liebevollen Spitznamen “Eisenbahnlaterne”. Dieser bezieht sich auf die Form des Blütenstandes und sich die zum Abend hin öffnenden, gelben Blüten.

Erst um 1620 wurde sie von Amerika nach Europa eingeführt und zählt daher zu den Neophyten, sprich nicht einheimischen Pflanzen. Da sie sich den Gepflogenheiten dieses Landes gut angepasst hat gilt sie mittlerweile als eingebürgerter Neophyt.

In früheren Zeiten bereitete man die rote, fleischige, spindelförmige Wurzel (vor der Blüte geerntet) als Gemüse zu oder kochte sie in einer Fleischbrühe als Mahlzeit.


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