Oleander ( Nerium Oleander)
- gaiasgruenerwunder
- vor 9 Stunden
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Mal begegnet er uns mit unschuldiger weißer Blüte, mal mit rosafarbener, als würde er unter unseren bewundernden Blicken, schamhaft, leicht erröten. Doch der Schein trügt, denn dieser wahrlich schöne Strauch kann auch ganz anders.....
Nerium Oleander, so sein botanischer Name, wächst vor allem in gemäßigten Klimazonen und ist in Mitteleuropa eine sehr beliebte Kübelpflanze die im Winter, zu ihrem eigenen Schutze, ins Haus geholt wird. Doch kaum jemand kennt seine dunkle, mörderische Seite. Vielleicht ist der deutsche Name, Rosenlorbeer , nicht der beste Name für ein Hundsgiftgewächs mit hochgiftigen Inhaltsstoffen, wie z.b Oleandrin welches ein herzwirksames Glykosid ist und tödliche Vergiftungen hervorrufen kann. Bereits vergleichbar geringe Mengen können zu Kreislaufstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und Herzrhythmusstörungen führen.
Selbst der Rauch beim Verbrennen des Grünschnittes ist nicht ohne und soll schwere Vergiftungen hervorrufen können.
Es ist dringen davon abzuraten sein Grillgut am Lagerfeuer auf einem solchen Stock zu garen. In der Literatur wird von Todesfälle durch diese unbedachte Nutzung berichtet. Ein harmloser Campingausflug der zur todbringenden Falle einer ganzen Familie wurde Beispielsweise. Andere Quellen berichten von Soldaten die sich selbst auf diese Art und Jenseits befördert haben. Sie haben sozusagen ihre Henkersmahlzeit selbst und unbewusst zubereitet. Belegt ist dies nicht aber möglich durchaus. Zumindest die Magen-Darm-Beschwerden dürften wohl sicher sein, was bei einem Besuch in der „ Wildnis“ ,evtl. weit abgelegen von Ärzten und Krankenhäusern, niemals in Vergessenheit geraten wird. Diese Fälle wurden wissenschaftlich nie belegt, halten sich jedoch Hartnäckig.
Eine in Südostfrankreich durchgeführte Fallstudie erfasste von 2002 bis 2021 insgesamt 262 Fälle mit absichtlichen Pflanzenvergiftungen. 186 davon mit Oleander. Die meisten davon mit Selbsttötungsabsichten
Das tückische an der Wirkung von Oleandergiften sind die Symptome, die zunächst an eine Krankheit erinnern. Früher wohl ein perfektes Mittel sich unliebsamer Mitmenschen zu entledigen, wird es heute durch moderne toxikologische Verfahren in Blut und anderen Proben nachgewiesen. Hoffentlich früh genug....für den Betroffenen.
In früheren Zeiten nutzte man Oleander zur Abtreibung , volksmedizinisch bei funktionellen Herzbeschwerden ( was nicht immer gut endete) zum Selbstmord und selbstverständlich: zum Mord ( versuch). Natürlich rate ich von all diesen Nutzungen gänzlich ab.
Symptome einer Oleandervergiftung:
Oral eingenommen beginnt die Wirkung mit einem Taubheitsgefühl auf Zunge und im Rachen, geht über zu Übelkeit, Erbrechen, Schwächezuständen, Krämpfe, Verwirrung und Sehstörungen. Im nächsten Schritt verlangsamt sich der Herzschlag und führt zur Bradykardie ( Herzrhythmusstörung mit zu langsamen Herzschlag) Beim tödlichen Verlauf entsteht letztendlich ein Kammerflimmern ( Das Herz schlägt extrem schnell und unkoordiniert, es kann kein Blut aufnehmen) ein Notfall der ohne schnelle ärztliche Hilfe zum Tode führt.
Die bekanntesten Gifte im Oleander sind:
Oleandrin, Digitoxigenin, Neriin
Erste Hilfe bei Oleander Vergiftung:
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ( Stand 26.03.2026) :
Orale Aufnahme: Reste aus dem Mund entfernen und Wasser oder Tee trinken lassen. Nicht zum Erbrechen bringen. Immer, besonders bei Kindern, einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen.
Bei Hautkontakt: Gründlich mindestens 5 Minuten mit Wasser und Seife abwaschen
Bei Vergiftungsverdacht ein Giftinformationszentrum kontaktieren; bei schweren Symptomen 112.
Bekannte Fälle:
Im Jahr 2021starb ein Labortechniker an einer selbst hergestellten Oleander- Zubereitung. Am Fundort fand man die für Zubereitung notwendigen Gegenstände. Rechtsmediziner wiesen daraufhin im Blut, Leber, Mageninhalt und weiteren Proben Oleandrin nach. Wollte er nur die Wirkung testen oder tatsächlich im Labor ableben? Nun, dies lässt sich wohl auch durch die Forensik nicht mehr klären
1. David Wayne Sconce - Kalifornien
Der Bestattungsunternehmer Timothy R. Waters verstarb 1985, im Alter von nur 24 Jahren, in Kalifornien. Zunächst als Herzinfarkt abgetan kam, nach einigen Zeugenaussagen die Vermutung einer Vergiftung durch Oleander ins Spiel kam. Ein Giftmord? Warum?
Verdächtig machte sich ein Konkurrent aus der Branche, David Wayne Sconce befürchtete das Timothy R. Waters, belastendes Material aus den Vorgängen in seinem Bestattungsunternehmen offenlegen wollte. Laut Bestatter, Donald Richard Gray, erzählte Waters unter Kollegen das das Familienunternehmen Sconce, Gold aus den Körpern der verstorbenen entfernte und Verbotene Mehrfach-Einäscherungen vornahm, um Geld zu sparen. Scones bestritt diese Anschuldigungen. Um den Ruin seines Unternehmens und somit den seiner Familie abzuwenden, ließ er Waters am 12.Februar 1985, als Warnung, von 2 Männern zusammenschlagen. Einer dieser Schläger sagte gegen ihn aus und gab vor Gericht an das er Waters die Knochen brechen sollte. Weitere Anschuldigungen vor Gericht kamen hinzu: David Edwards beschuldigte Scones, ihn und andere dafür bezahlt zu haben, Angriffe auf die Konkurrenz auszuüben. Diese Angriffe beinhalteten nicht nur Schläge und Tritte sondern auch das versprühen einer reizenden Flüssigkeit, gezielt auf deren Augen.
Obwohl der Verdacht bereits seit 1988 bestand erhob die Staatsanwaltschaft erst 1990 , aufgrund der Zeugenaussagen, Anklage wegen Mordes gegen Scones. 1991 kam es zu einem Freispruch da es widersprüchliche Ergebnisse der beiden toxikologischen Befunde über den Nachweis von Oleander im Körper Waters gab
Chronologie des Falls
1985 – Tod:
8 April 1985 , Timothy Waters stirbt im Alter von 24 Jahren in Kalifornien. Sein Tod wird zunächst als natürlicher Tod durch Herzinfarkt abgetan.
Es wird bekannt, das Scones andere Männer dafür engagierte Waters zusammenzuschlagen, da dieser belastendes Material über sein Unternehmen öffentlich machen wollte.
1985–1986 Über die Vorgänge wird Ermittelt
Männer die von David Wayne Sconce angeheuert wurden sagen gegen ihn aus. .
Scones bekennt sich des Übergriffes auf Waters schuldig, wofür er eine fünfjährige
Haftstrafe erhält. Eine Mordanklage besteht zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
1986–1989 Neue Aussagen verändern Verdacht und Anklage
Weitere Zeugenaussagen kommen hinzu. Ein Zeuge gibt an Scones habe ihm erzählt, das er Waters mit Gift in einem Getränk getötet habe. Zudem fanden Ermittler ein Buch bei Scones indem die Vergiftung mit Oleander als schwer nachweisbar benannt wird. ( The Poor Man's James Bond, Beinhaltet do-it your self -Techniken bezüglich Bombenbau, Explosivstoffen und Giften ) Der Verdacht einer Vergiftung Waters durch Scones mit Hilfe von Bestandteilen das tödliche giftigen des Oleanders, kommt ins Zentrum der Ermittlungen Das Ergebnis einer toxikologische Untersuchung endet mit positiven Ergebnissen auf Oleandergifte
1990 – 1991 Der Fall wird neu aufgerollt
Die vorhandenen toxikologischen Untersuchungen werden neu ausgewertet und
Waters zusätzlich für neue, moderne Untersuchungen exhumiert.
es kommt zu Widersprüchen der beiden Auswertungen.
Untersuchung A – Rieders:→ Oleandergift angeblich nachgewiesen.
Untersuchung B – Henion:→ kein Oleandergift und keine entsprechenden
Abbauprodukte nachweisbar.
Die Moordanklage wurde fallen gelassen.
2. Ponnusamy – Indien
Nach nur 11 Monaten Ehe verabreichte Ponnusamy, im Jahr 1992, seiner Ehefrau Rajammal eine mit Oleandersamen versehene indische Süßspeise, Halwa genannt. „Sie verstarb später im Krankenhaus; die Gerichte werteten den Tod als Folge einer Vergiftung.“ Zunächst ergingen polizeiliche Untersuchungen wegen verdächtigen Todesfalles später wurde, nach § 302 des indischen Strafgesetzbuches, eine Mordanklage erhoben und Ponnusamy letztendlich wegen Mordes verurteilt. Seine Antrag auf die Berufung wurde abgelehnt.
Der Fall im einzelnen:
1.08.1992 Ponnusamy beantragte 2 Tage Urlaub bei seinem Arbeitgeber. Auch nach seinen beiden Urlaubstagen erschien Ponnusamy, laut Aussage des Supervisor (PW 9, Namentlich nicht benannt ) der Mühle/Fabrik, in der Ponnusamy als Wachmann arbeitete, nicht mehr zur Arbeit. Am selbigen Tag, also dem 3.08.1992, wurde er von einem Zeugen, Easwaran ( PW 11) ,dabei beobachtet wie er gegen 17:30 Uhr Oleandersamen sammelte. Ponnusamy behauptete diese zur Herstellung von Medizin zu benötigen. Gegen 20 Uhr traf Ponnusamy auf 2 weitere Zeugen, Kadirvelu (PW 7) und Viswanathan ( PW 8). Sie gingen gemeinsam ins Kino. Erst gegen 1:30 Uhr morgens, des 4.08.1992, kehrte er zurück ins Haus. Mehrere Personen konnten dies bezeugen und gaben an, dass er zudem ein Paket bei sich trug. Gegen 2:00 Uhr am Morgen des 4.08.1992 gab Ponnusamy seiner Frau, Rajammal, die Süßspeise Halwa in die er, bei der Zubereitung, Oleandersamen oder Pulver aus dem selbigen beigemischt haben soll.. Sie aß es. Gegen 4:30 Uhr des selben Tages verließ Ponnusamy das Haus. Er traf auf Nagaraj ( PW 4) und sagt diesem auf Nachfrage, er gehe zum Tempel. Gegen 6:30 Uhr wurde Rajammal von einer Nachbarin, Lakshmi ( PW3), mit starken Brustschmerzen und Durchfall, gefunden. Sie berichtete der Nachbarin das Ihr Mann ihr Halwa gab und die Schmerzen nach dessen Verzehr, auftraten. Zunächst in eine Privatklinik gebracht erklärt sie auch dem zuständigen Arzt, Dr Subramanian ( PW 13) das ihr Mann ihr Halwa gab und ihre Schmerzen erst danach begannen. Der Arzt vermutete bereits anhand der Symptome das es sich um eine Oleandervergiftung handelte. Auch die gelbliche Farbe ihres Erbrochenes wies darauf hin. Sie wurde ins Goverment Hospital, Coimbatore gebracht. Dort berichtete sie ,um ca. 8:30 Uhr sowohl PW14 Dr. Sundaramurthy (PW14 ) als später auch Dr. Chellappan ( PW15 ) das ihre Schmerzen nachdem Verzehr des Halwas, welches ihr Mann ihr gab, begannen. Gegen 9:30 Uhr verstarb sie im Goverment Hospital, Coimbatore
Nach ihrem Tod wurde sie obduziert und ihre inneren Organe wurden untersucht. In diesen Proben wurde kein Oleandergift nachgewiesen. Trotzdem wurde Ponnusamy am 16.08.1992 gegen 16:00 Uhr fest genommen, es begannen Untersuchungen wegen Verdächtigen Todesfalles seiner Frau Rajammal. Bei der Durchsuchung des Hauses wurde Oleanderpulver gefunden. Auch andere Gegenstände sowie die Reste des Halwas wurden mitgenommen und untersucht. Im Halwa wurden ,bei der Forensisch Untersuchung, durch dem forensischem Sachverständigen (PW17 ), Oleandergifte nachgewiesen. Das Verfahren wurde auf § 302 IPC geändert. ( Mordanklage). Am 28.01.1994 wurde Ponnusamy durch den zuständigen Principal Sessions Judge, Coimbatore, zu einer Lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ponnnusamy legte einen Antrag auf Berufung ein, dieser wurde jedoch abgelehnt. Das Urteil bleibt bestehen.
Chronologie:
1991 Vermählung von Ponnusamy und Rajammal
1.08.1992 Ponnusamy beantragt bei seinem Arbeitgeber 2 Tage Urlaub.
3.08.1992 Gegen 17:30 Uhr Ponussamy wird vom Zeugen Easwaran beim sammeln von Oleander-samen gesehen. Er gibt an Medizin daraus herstellen zu wollen.
3.08.1992 Gegen 20:00 Uhr trifft Ponnusamy auf zwei weiter Zeugen. Kadirvelu (PW 7) und Viswanathan ( PW 8). Gemeinsam gehen sie ins Kino
4.08.1992 Gegen 1:30Uhr Ponusammy wir von mehreren Zeugen gesehen wie er das Haus betritt. Er trägt ein Paket bei sich.
4.08.1992 Gegen 2 Uhr gibt Ponnusammy seiner Frau das mit Oleandersamen/ Pulver versehene Halwa, welches sie zu sich nimmt.
4.08.1992 gegen 4:30 Uhr Ponnusamy verlässt erneut das Haus.
4.08.1992 gegen 6:30 Uhr Eine Nachbarin, Lakshmi ( PW3), findet Rajammal, mit starken m Schmerzen, vor. Rajammal erklärt ihr das die Schmerzen auftraten nachdem ihr Mann ihr Halwa gab.
4.08.1992 gegen 7:30 Uhr in eine Privatklinik gebracht erklärt Rajammal dem zuständigen Arzt, Dr.Subramaniam ( PW13) erneut das die Symptome erst auftraten nachdem sie von ihrem Mann Halwa zum Essen bekam. Aufgrund der Symptome vermutet der Arzt eine Vergiftung. Rajammal wird ins Krankenhaus gebracht.
4.08.1992 Gegen 8:30 Uhr Im Government Hospital in Coimbatore erklärt Rajammal gegenüber Dr. Subramaniam( PW14) das ihre Schmerzen erst begannen nachdem ihr Mann ihr Halwa gab. Auch Dr. Chellappan (PW 15) wird von Rajammal über den Vorfall informiert.
4.08.1992 gegen 9:30 Uhr verstirbt Rajamal im Government Hospital, Coimbatore
Nach ihrem Tod Eine Obduktion wird angeordnet. Ihre inneren Organe werden untersucht, es kann kein Oleandergift nachgewiesen werden. Dennoch wird eine Vergiftung vom obduzierenden Arzt angenommen.
16.08.1992 gegen 16:00 Uhr Ponnusamy wird fest genommen, das Haus durchsucht und mehrere Gegenstände sowie das restliche Halwa werden mitgenommen und untersucht.
Ergebnis der Untersuchung: Im restlichen Halwa wird durch den Forensischen Wissenschaftler
(PW 17) Oleandergift nachgewiesen
1992/1993 Die Untersuchung wegen verdächtigen Todesfalles wird auf § 302 IPC (Mord) umgewandelt und Anklage erhoben.
18.01.1994 Ponnusammy wird nach nach § 302 IPC zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
1994 Ponnusammy stellt einen Antrag auf Berufung.
2001 Der Antrag auf Berufung wird abgelehnt.
Die Berufung war zwar sieben Jahre anhängig; aus dem High-Court-Urteil geht hervor, dass ihm bereits Haftzeit angerechnet wurde, aber die Akte belegt nicht ohne Weiteres eine durchgehende Haft während des gesamten Berufungsverfahrens.
Wie kann es passieren das die Forensischen Untersuchungen sich widersprechen?
Oleander ist tatsächlich nicht leicht nachzuweisen. Ein negativer toxikologischer Befund schließt eine Vergiftung nicht zuverlässig aus, da man hier nach einem Bestimmten Herzglykoside sucht, meist nach dem Bekanntesten welches bei Oleander das Oleandrin ist. Dieses wird jedoch, nach Aufnahme im Körper verteilt, metabolisiert und letztendlich über Urin und Stuhl ausgeschieden. Ein negativer toxikologischer Befund kann eine Oleandervergiftung deshalb nicht komplett ausschließen.
Im Essen/ Getränk kann Gift erhalten bleiben, wenn es nicht zusätzlich weiter verarbeitet, z.B. erhitzt, wird. Jedoch kann hier die Lagerung die Konzentration eines Giftes beeinflussen, außerdem kann das Gift ungleichmäßig verteilt sein wodurch sich die Konzentration des Giftes unterscheidet.
Metabolisiert: Eine Substanz wird im Körper verstoffwechselt/ heißt durch Enzyme im Körper umgewandelt und abgebaut oder verändert. Dies geschieht vor allem in der Leber. Der Körper entschärft also selbst die Gifte auch Alkohol sowie Medikamente und verändert sie so das sie unschädlich werden.


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