Gewöhnlicher Giersch
- gaiasgruenerwunder
- 2. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Weiterer Name: Geißfuß, Podagrakraut, Zipperleinskraut, Dreiblatt, Ziegenkraut, Schettele, Baumtropf, Wiesenholler
Botanischer Name: Aegopodium podagraria
Familie: Doldengewächse ( Apiaceae)
Blütezeit: Juni-Juli
Höhe: 50-90 cm
Ordnung: Doldenblütlerartige ( Apiales)
Gattung: Giersch ( Aegopodium)
Art: Gewöhnlicher Giersch
Staude

Namensherkunft
Der Gattungsname "Aegopodium" stammt aus dem griechischen und bedeutet " Ziege". Es wird oft beschrieben das sich dies auf die Blätter beziehe, vom Erscheinungsbild her ist es jedoch warscheinlicher das sich dies auf die, beim Abreißen oft noch Erkennbaren, Hüllblätter der Erneuerungsknospen bezieht. Diese sehen einem Ziegenfuß bedeutend ähnlicher.
"Podagraria", abgeleitet vom griechischen- lanteinischen "podagra" ( pous/ podos = Fuß und agra = Seuche/ Anfall) weist auf die volksmedizinische Verwendung zur Schmerzlinderung bei Rheuma und Gicht hin.
Erkennungsmerkmale
Ein bekannter Spruch lautet: " Drei, drei, drei, bist beim Giersch dabei!" Dies deutet auf seine Erkennungsmerkmale hin und bezieht sich auf : 1. Dreikantiger Stängel, 2. An jedem Stängel befinden sich jeweils drei Blätter, 3. Diese Blätter sind oftmals dreigeteilt (manchmal verwachsen) Der Spruch gilt als Eselsbrücke für die Erkennungsmermale.
Laubblätter: Teilblätter groß, oft auf einer Seite fiederspaltig, auf der anderen ungeteilt, in der Form eiförmig. Der Blattrand ist fein gesägt. Die Blätter riechen leicht nach Möhre
Stängel: Grün und dreikantig , eine Seite abgeflacht mit rinne-artiger Vertiefung, innen hohl.
Wurzel: Ausläufer- Rhizom, auch Kriechwurzel genannt, an den " Knotenpunkten" entstehen neue Stängel mit Blättern , wächst knapp unter der Erdoberfläche.
Blüten: Doppeldolde ( aus den Hauptstrahlen entspringen kleinere Döldchen), ohne Hüllblätter, kleine weiße Blüten.
Verwechsler: Doldenblütlern sagt man viele Verwechsler zu, darunter auch giftige. Daher ist Vorsicht geboten . Hier beispielsweise der Hecken-Kälberkopf, dieser hat jedoch einen rotgefleckten, borstig behaarten Stängel, 2-fach gefiederte Blätter und Teilblättchen mit gekerbten Rand. Auch der berühmt, berüchtigte gefleckte Schierling zählt zu den Verwechslern, dieser riecht jedoch nach Mäuseurin und sein Stängel besitzt rote bis rötlich braune Flecken. Bitte immer genau hinschauen !!!
Typische Erkennungsmerkmale: Dreikantiger Stängel mit Furche, drei Blätter an diesem die dreifach geteilt sind, die Blätter riechen leicht nach Möhre. Stängel hohl.
Sekundäre Inhaltsstoffe
ätherische Öle, Phenolsäuren , Flavonoide , Mineralstoffe , Kieselsäure, Vitamin C, Carotinoide ( Provitamin A) , Kalium
Volksmedizinische Eigenschaften
Entzündungshemmend , Schmerzlindernd, Krampflösend, Harntreibend, Entsäuernd
Volksmedizinische Verwendung
" Zipperleintee" gegen Rheuma und Gicht, die Blätter erhitzt und zerstoßen als Breiumschlag bei schmerzenden, geschwollenen Gelenken, ein Sud als Zusatz fürs Badewasser bei Gliederschmerzen, zerriebene Blätter bei Insektenstichen und leichten Verbrennungen.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten
Wildgemüse, Heilkraut, Tierfutter ( Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner), als Mulch im Garten,
Geschichtliches
Im Mittelalter wurde die Pflanze als Heilmittel gegen Gicht, Rheuma, und Herzgefäßerkrankungen eingesetzt. Ein Umschlag aus gequetschten Blättern linderte schmerzhafte Beschwerden und ein Tee unterstützte durch seine leicht hartreibende Wirkung den Heilungsprozess.
Lange bevor Spinat im 16. Jahrhundert aus Asien eingeführt wurde, verwendete die Landbevölkerung den Giersch als gesundes Nahrungsmittel. Als Wildgemüse dürfte Giersch schon in der Steinzeit gegessen worden sein. Auch den Römern war Giersch bekannt, sie sollen ihn reichlich verzehrt haben. Man vermutet, dass sich das Kraut durch römische Legionäre in Europa verbreitete.
Er ist ein Bestandteil der bekannten, vitalisierenden Neun-Kräuter-Suppe.
Mythologie
In der keltischen und germanischen Erzählungen übertrug man Eigenschaften von Tieren auf Pflanzen. In diesem Fall, Aegopodium= Ziege, steht für Ausdauer und Kraft.
Die Römer sollen, der Göttin Proserpina zu Ehren, Giersch mit Blut vermischt und dieses bei Opferriten genutzt haben. Prosepina ist die römische Göttin der Unterwelt.
Gut zu wissen
Giersch besitzt wahrlich Widerstandskraft. Selbst der Einsatz von Glyphosat vernichtet ihn nicht selbsständig. Für Mutter Natur und unseren Körper ist es ohnehin besser ihn zu nutzen statt zu vergiften.





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