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Spitzwegerich

13. Aug.
3 Min. Lesezeit

Weiterer Name: Wundwegerich, Lungenblatt, Schlangenzunge, Heilwegerich

Botanischer Name: Plantago lanceolata

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Blütezeit: Mai-September

Höhe: 10-50 cm

Ordnung: Lippenblütlerartige ( Lamiales)

Gattung: Wegeriche ( Plantago)

Art: Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

 Staude


Namensherkunft

Der Name des " König der Wege" setzt sich aus dem althochdeutschem Wort wegarih =Weg und rich= König zusammen. Der Gattungsname Plantago entstammt dem lateinischem planta. Eine Bedeutung dieses Wortes ist "Fußsohle" oder "Fuß".

Auch unter dem Namen„ Fußstapfen des weißen Mannes“ ist der Spitzwegerich bekannt. Man sagt, die indigenen Völker Nordamerikas gaben ihm diesen Namen, da weiße Siedler den klebrigen Samen unter ihren Fußsohlen mitgebracht haben sollen. Selbiges sagt man über den Breitwegerich ( Plantago major)


Erkennungsmerkmale

Laubblätter: Aufrecht stehende, grundständige Rosette mit schmal lanzettlichen Blättern die oben spitz zulaufen, Blätter ganzrandig, jung: leicht behaar später: kahl, deutlich hervortretenden Längsnerven.

Stängel: Entwächst der Blattrosette, meist aufrecht ( manchmal bogig), kahl, mit Rillen versehen, am oberen Ende erscheint die typische Blütenähre, keine Blätter am Stängel

Wurzel: Walzenförmiger Wurzelstock ( Rhizom) Hauptwurzel reicht bis 60 cm tief in den Boden, von dieser gehen zahlreiche, kleine, feine Wurzeln ab..

Blüten: Blühzeit Mai-September, erscheint als Ähre am oberen Ende des furchigen Stängels, Auffällig sind die weißen Staubbeutel die ringsum von der Ähre abstehen, Blüte klein, unscheinbar mit 4 bräunlichen Zipfeln                                                                                                                                    

Sekundäre Inhaltsstoffe: Glycoside , Kieselsäure, Kalium, Vitamin C, Iridoide, ätherisches Öl, Aucubin, Flavonoide


Verwendung

Volksmedizinische Eigenschaften: schleimhautschützend, zusammenziehend, entzündungshemmend,antibiotisch und blutstillend.


Volksmedizinische Verwendung: Bei Husten und gereizten Schleimhäuten: Als Zusatz von Husten-Oxymel, Husten-Sirup aus frischen Blättern, Wasser und Honig.Bei Magenverstimmungen: Tee aus getrockneten Spitzwegerichblättern, Der Saft des Blattes lindert Juckreiz bei Bienen und Mückenstichen und ist als " Wiesenpflaster", durch seine blutstillenden und wundheilenden Eigenschaften, bekannt.


Weitere Verwendungsmöglichkeiten:

Küche:Spitzwegerich ist eßbar. Die jungen  Blätter finden, kleingeschnitten, z.b in Salat oder Kräuterbutter Verwendung.Die reifen Samen, können in Müsli gestreut werden oder auch ein mit Quark bestrichenes Brot verfeinern, Blütenknospen werden leicht angebraten.....

Aus einem Ölauszug kann man eine Spitzwegerichsalbe herstellen.


Geschichtliches

Wurde bereits in der Steinzeit von Menschen genutzt.

Im Mittelalter auch " kleiner Wegerich" ( plantago minor) genannt.

Bestandteil von Namen wie Friedrich oder Dietrich. Abgeleitet vom Althochdeutschen " wega"= Weg und "rih" = König, übersetzt: " König der Wege" , ein Titel den er seiner Robustheit zu verdanken hat. Er wächst an vielen Wegesrändern und wird seit alters her als Heilpflanze genutzt.

Im „ Neunkräutersegen“ aus dem 11ten Jahrhundert besingt man, mit den von den Druiden stammenden Zauberspruch, den Spitzwegerich folgender maßen :


Und du Wegerich, Mutter der Pflanzen, offen nach Osten, mächtig im Innern:

über dich knarrten Wagen,

über dich ritten Königinnen,

über dich jauchzten Bräute,

über dich schnaubten Stiere.

Allen widerstandest du und setztest dich entgegen,

so widerstehe auch dem Gift und der Ansteckung und dem Übel,das über das Land dahinfährt.


Bei den Kelten und Germanen galt er als Wegweiser zum Seelenruheplatz.( Unterwelt)


 Mythologie

Spitzwegerich wird verräuchert um böse Geister und Liebeszauber abzuwehren.

Als Stäußchen gebunden getragen sollte er Reisende vor Müdigkeit und Verletzungen schützen.

Wird dem römischen Gott Mercurius ( im Griechischen Hermes) zugeschrieben. Als Reisender zwischen den Welten überbringt er die Nachrichten zwischen Göttern und Menschen. Er gilt als Gott der Reisenden und Händler, aber auch der Diebe. Zu seinen Aufgaben zählt es weiterhin die Seelen der Verstorbenen zur Unterwelt zu geleiten.


Gut zu wissen

Unterwegs den Saft auf kleine Wunden oder Mückenstiche aufgetragen, hat er als Wiesenpflaster Bekanntheit errungen.

 2014 wurde er zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

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